Zukunftswerkstatt „Radverkehr in der Region Büchen“

img_0841_web

Die erste Zukunftswerkstatt „Radverkehr in der Region Büchen“ mit öffentlicher Podiumsdiskussion fand am Nikolausabend im Bürgerhaus des Amtes Büchen statt. Das Podium diskutierte aktuelle Herausforderungen für die Verbesserung des Radverkehrs, Vernetzung von Mobilitätsträgern, Anregungen unserer Bürgerinnen und Bürger aus den letzten STADTRADELN-Aktionen und Ideen für die zukünftige Entwicklung des Radverkehrs in der Region. Die Einführung übernahm die Klimaschutzmanagerin des Amtes Büchen Dr. Maria Hagemeier-Klose. Sie zeigte etwa die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel im deutschen Durchschnitt sowie im Kreis Herzogtum Lauenburg. So fahren etwa 65 % der Kreisbevölkerung ihre Wege an einem durchschnittlichen Tag mit dem Auto und nur 6% nutzen hierfür das Fahrrad. Im deutschen Durschnitt werden etwa 12% der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Demnach ist gerade für den ländlichen Raum eine Förderung des Radverkehrs für eine nachhaltige Gestaltung von Mobilität besonders wichtig.

Herr Birgel und Herr Schmahl vertraten auf dem Podium die Kreisverwaltung des Kreises Herzogtum Lauenburg. Sie erläuterten etwa bauliche Möglichkeiten und Einschränkungen sowie Projekte zur Beschilderung und die Wichtigkeit mit den Nutzern ins Gespräch zu kommen. Amtsvorsteher Voß stellte die Verbindungen zwischen den Gemeinden heraus.

Auch Vertreter der Büchener Fraktionen nahmen auf dem Podium Platz. Herr Engelhard von der ABB setzte sich für mehr Sicherheit sowie mehr Abstellmöglichkeiten ein. Für Herrn Gladbach als Vertreter der SPD war die Attraktivitätssteigerung besonders wichtig, um mehr Menschen für die Nutzung des Rads zu motivieren. Dies könne man etwa durch die Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen und Kampagnen erreichen. Herr Lange von der CDU sprach sich für mehr Aktivitäten und Förderung vom Land Schleswig-Holstein aus, andere Bundesländer wären hier fortschrittlicher. Der engagierte Büchener Radfahrer Martin Kolanus unterstütze ebenfalls die Attraktivitätssteigerung des Radverkehrs. Zudem äußerte er durchaus provokante Statements, in denen auch baulich und hinsichtlich der Verkehrsführung mehr Rücksicht auf den Radverkehr genommen werden sollte. Er bemängelte etwa die Erreichbarkeit des Bahnhofs an der Lauenburger Straße mit dem Fahrrad und das Verhalten der Autofahrer, wenn man dort regelkonform als Radfahrer auf der Straße unterwegs sei. Reiner Hinsch, Vorsitzender des ADFC Kreisverbands Stormarn, regte die Aufstellung eines Radverkehrskonzeptes an, ebenso wie die Durchführung von Kampagnen und die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern sowie anderen Akteuren.

Auch das Publikum beteiligte sich rege an der Diskussion. Zum Abschluss in der „Werkstatt“ durften sowohl Publikum als auch Diskutanten auf Karten den Radverkehr in der Region Büchen positiv oder negativ beurteilen. Zudem wurden rote (bei Ablehnung) und grüne Punkte (bei Zustimmung) auf vorbereitete Statements zum Radverkehr in der Region geklebt. Besondere Zustimmung erhielten etwa die Aussagen, es sollte mehr Kampagnen geben und es sollte ein Radverkehrskonzept aufgestellt werden. Zudem ergab die rote Bepunktung, dass noch nicht genug für den Radverkehr und die Radverkehrsinfrastruktur getan wird und die Sicherheit generell sowie für den Schulweg noch nicht gegeben ist. Auch bei diesem interaktiven Teil wurde intensiv weiter diskutiert. Die Ergebnisse sind eine wichtige Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Radverkehrs in der Region.

img_0855_web

Mobilität ist DAS Zukunftsthema, gerade im ländlichen Raum. Wichtige Verkehrsträger in der Nahmobilität sind das Fahrrad und das Pedelec, insbesondere auch in der Verknüpfung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die Förderung des regionalen Radverkehrs ist ein wichtiger Baustein in der Gestaltung der Mobilität der Zukunft. Dazu gehören neben den baulichen Maßnahmen in der Radinfrastruktur auch eine bessere Vernetzung der Verkehrsträger, Werbekampagnen für die Nutzung des Fahrrads oder Pedelecs sowie der Ausbau touristischer und freizeitbezogener Angebote für Radfahrerinnen und Radfahrer.