Warum Klimaschutz?

Klimaschutz - Warum Klimaschutz?

Klimawandel und Klimaschutz

Unser Klima ist ständig im Wandel. Verstärkt durch die anthropogen (durch den Menschen) verursachten Treibhausgasemissionen erwärmt sich unsere Erde, was zu erheblichen Konsequenzen für unsere Lebendbedingungen führen kann. Starke Klimaveränderungen unseres Planeten können dazu führen, dass Mensch und Umwelt zukünftig anderen Lebensbedingungen ausgesetzt sein werden als heute. Für Norddeutschland rechnen Klimaexperten mit einer Zunahme von Extremwetterereignissen, einer steigenden Anzahl und höherer Intensität von Überflutungen oder Trockenperioden sowie mit großen Änderungen in der Verteilung der Niederschläge übers Jahr (Klimaatlas Norddeutschland).

Klimawandel findet also nicht nur woanders statt, sondern auch hier bei uns. Darum stellt Klimaschutz eine der größten globalen Herausforderungen für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts dar und ist auch für uns lokal hier im Amt Büchen eine zentrale Aufgabe für die Zukunft.

Der anthropogene (menschliche) Einfluss

Klimaschwankungen gab es in der Erdgeschichte tatsächlich schon immer. Der Mensch und andere Lebewesen dieser Erde waren stets dem Wechselspiel von Wetter und Klima ausgesetzt. Der Umgang und die Bewältigung von Extremereignissen wie Dürren und Hitze, Kälte, Starkregen, Stürmen und Überschwemmungen waren schon immer große Herausforderungen und erforderten eine hohe Anpassungsfähigkeit und hohe Investitionen in Schutzmaßnahmen. Nehmen solche Extremereignisse zu, so stoßen die aktuellen Schutzmaßnahmen und Bewältigungsstrategien irgendwann an ihre Grenzen und ein Umdenken ist gefragt hin zu einer klimagerechten, nachhaltigen Entwicklung.

Die Wechsel klimatischer Verhältnisse vor hunderten von Jahren wurden durch viele verschiedene natürliche Faktoren ausgelöst. Seit Beginn der Industrialisierung vor rund 200 Jahren greift der Mensch aktiv und immer stärker in das Klimasystem ein. Mit der Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Erdöl oder Erdgas wird Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt. Die Freisetzung von CO2 und anderen Treibhausgasen wie beispielsweise Methan oder Distickstoffoxid wirkt sich langfristig verheerend auf das gesamte Klimasystem der Erde aus und verursacht eine stärkere Erwärmung der globalen Erdtemperatur.

Übersicht Erderwärmung 1901-2012

Änderung der Oberflächentemperatur 1901-2012
Quelle: www.bmub.bund.de modifiziert von IPCC 2013

Wir können diese Erderwärmung nicht umgehend stoppen oder umkehren, denn die CO2 Konzentration der Luft wird noch über Jahrhunderte gespeichert und diese ist durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe seit der Industrialisierung bereits stark angestiegen! Die Treibhausgase, die wir also heute in die Atmosphäre emittieren wirken nicht nur jetzt, sondern auch noch lange in der Zukunft! Nachhaltige Entwicklung bedeutet auch an die Zukunft zu denken, an unsere Nachkommen, Kinder und Enkelkinder. Es steht sogar im Grundgesetz, dass die Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen zu bewahren sind (Grundgesetz, Artikel 20 a:“Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen…“ Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas wird es NIE CO2-frei geben, außerdem sind deren Ressourcen begrenzt und werden durch die weltweite Nutzung immer mehr aufgebraucht.

Umso wichtiger ist also Klimaschutz auf allen Ebenen! Denn auch wenn wir den Klimawandel nicht stoppen können, macht es einen großen Unterschied in den Folgen der Erderwärmung, ob es 2, 4 oder gar 6 Grad Celsius wärmer wird! Und daher lohnt sich jede Anstrengung! Für den Klimaschutz ist es also sinnvoll und wichtig, den Ausstoß der CO2-Emissionen zu verringern – im Großen weltweit und im Kleinen vor der Haustür. Die Klimaschutz-Ziele können nicht nur durch Verbesserungen bei der Nutzung fossiler Energieträger allein erreicht werden. Daher geht es neben effizienter Nutzung von Energie auch um Energieeinsparung und die Erzeugung erneuerbarer Energie. Denn regenerative, erneuerbare Energien sind nahezu unbegrenzt vorhanden!

Hier können Sie Ihre persönliche CO2-Bilanz erstellen.

Der politische Rahmen

Wissenschaftler unterschiedlicher Forschungseinrichtungen kommen unabhängig voneinander zu der Erkenntnis, dass der Anstieg der mittleren Temperatur zwingend begrenzt werden muss, um Gefahren für Mensch und Umwelt in einem anpassungsfähigen Maß zu halten. Die europäischen Staaten haben sich im Anschluss an den Weltklimabericht der Vereinten Nationen im Jahr 2007 ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt. Der Weltklimabericht wird vom IPCC erstellt, einem wissenschaftlichen und zwischenstaatlichen Gremium, das von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ins Leben gerufen wurde.
Sie beschlossen:

  • Entwickelte Länder: die Treibhausgasemissionen bis 2020 gemeinsam in einer Größenordnung von 20 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Langfristiges Ziel: die eigenen Emissionen bis 2050 gemeinsam um 60 bis 80 Prozent gegenüber 1990 zu verringern.
  • Die Treibhausgasemissionen der EU bis 2020 gegenüber 1990 sogar um 30 Prozent zu reduzieren, falls andere Länder verbindlich mitziehen: Industrieländer in vergleichbarem Umfang und die wirtschaftlich weiter fortgeschrittenen Entwicklungsländer zu einem ihren Fähigkeiten entsprechendem Beitrag.
  • 20 Prozent des Energieverbrauchs einzusparen, gemessen an den Prognosen für 2020 (im EU-Grünbuch zur Energieeffizienz geschätztes Einsparpotenzial).
  • Den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch der EU bis 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen. Den Anteil von Biokraftstoffen am gesamten verkehrsbedingten Benzin- und Dieselverbrauch in der EU bis 2020 um 10 Prozent zu erhöhen.

Die Bundesregierung hat im Rahmen des integrierten Klima- und Energieprogramms von 2007 diese Ziele aufgegriffen und für den nationalen Kontext sogar erhöht.
Im Bereich der Reduzierung der Treibhausgasemissionen peilt die Bundesregierung eine Reduzierung der Emissionen um bis zu 95% im Vergleich des Referenzwertes von 1990 an. Der Ausbau von Erneuerbaren Energie steht ebenso im Fokus wie die Steigerung der Energieeffizienz und der Anbau von Biokraftstoffen.

Klimakonferenz COP21 in Paris erzielt neuen Weltklimavertrag

Seit dem 12. Dezember gibt es einen neuen Weltklimavertrag! Das Fernziel: globale Erwärmung „deutlich unter zwei Grad Celsius“ mit Zielwert 1,5 Grad wird angestrebt. Es erfolgt zukünftig außerdem eine kontinuierliche Prüfung der nationalen Klimaschutzpläne. Wichtige Botschaft ist auch, dass Wohlstand, Entwicklung und Armutsbekämpfung einerseits und Klimaschutz andererseits zusammengehören und sich nicht widersprechen!

Wie die Klimaschutz-Ziele in Deutschland im Nachgang der Klimakonferenz noch angepasst werden, ist noch offen. Generell wird jedoch langfristig Klimaneutralität angestrebt.

Klimaschutzregion Büchen

Globale oder nationale Initiativen und Rahmenbedingungen spielen eine gewichtige Rolle beim Thema Klimaschutz. Doch die Vielfältigkeit der Ansätze zeigt: Nur auf der lokalen Ebene können die Maßnahmen gestaltet und initiiert werden. Vor Ort gelingt Klimaschutz am besten- hierfür möchte die Region einen Beitrag leisten und hat im Jahr 2014 das integrierte Klimaschutzkonzept entwickelt, das nun bereit zur Umsetzung ist. Im Rahmen des Konzeptes wurden gemeinsam Maßnahmen entwickelt, die die zukünftige Strategie zum Klimaschutz in der Region Büchen beschreiben.

Klimaschutz ist nicht nur gut für die Umwelt und für uns alle, sondern auch für den Geldbeutel! Klimaschutz zahlt sich aus durch Kostenersparnis und Förderung. Energiekosten werden immer mehr steigern, eigene Erzeugung regenerativer Energie und Energieeffizienz und –Einsparung lohnt sich daher immer! Außerdem kann Klimaschutz die lokale Wirtschaft ankurbeln und die regionale Wertschöpfung erhöhen!

Machen Sie mit und teilen Sie mit uns Ihre Erfahrungen und Ideen!

 

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